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[BASISLAGER IN DER PROVENCE]

ZWISCHEN NÎMES, DER CAMARGUE UND DER STADT DER PÄPSTE

❤️ Die Provence ist eine Region, die zur Besinnung, zum Wohlbefinden und zu kulinarischen Genüssen einlädt und durch ihre landschaftliche Vielfalt besticht, die ebenso viele Möglichkeiten für Abenteuer bietet. Was gibt es Schöneres als sanfte Mobilität, um wieder zu sich selbst zu finden und all diese Facetten der Provence zu genießen? Und außerdem ist es gut für den Planeten. Wir haben mehrere „Slow-Erlebnisse“ von unserem Ausgangspunkt aus getestet. Hier stellen wir Ihnen einen Teil davon vor, der vollständig zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) zurückgelegt wurde, damit auch Sie diese Route so klimaneutral wie möglich erleben können.

Als ehemalige römische Stadt ist Nîmes ein idealer Ausgangspunkt für einen abwechslungsreichen Aufenthalt im Süden – zwischen antiken Ruinen, kulinarischen Genüssen und Ausflügen ans Mittelmeer. Von diesem sonnigen Ausgangspunkt aus ergibt sich ganz natürlich eine Route: ein Bummel durch die Stadt, ein Spaziergang entlang der Stadtmauern von Aigues-Mortes und schließlich ein krönender Abschluss in Avignon – drei abwechslungsreiche Tage. Sind Sie dabei?

Tag 1: Nîmes, das französische Rom

Willkommen in Nîmes, dem ehemaligen Nemausus, einer der am besten erhaltenen römischen Städte. Die Entdeckungstour beginnt mit den Höhepunkten der antiken Stadt. Die Arena, majestätisch und perfekt in das städtische Leben integriert, dominiert das Stadtzentrum. Nur wenige Schritte weiter offenbart das Maison Carrée, ein römischer Tempel, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, seine perfekten Proportionen und seine zeitlose Eleganz.

Was wir an Nîmes besonders lieben: Hinter jeder Ecke wartet eine neue Entdeckung. Ein Herrenhaus, ein kunstvoll verziertes Tor, Sprossenfenster, ein antikes Überbleibsel – halten Sie die Augen offen.

Wir gehen weiter entlang des Quai de la Fontaine, der uns zu den gleichnamigen Gärten führt. Im Herbst sind die Farben dort besonders sanft. Inmitten von Wasserbecken, Statuen und schattigen Alleen entdecken wir den Diana-Tempel und etwas höher gelegen den imposanten Tour Magne, das einzige gallorömische Überbleibsel der einst 80 Türme und den höchsten Punkt der Stadt.

Um diese jahrtausendealte Geschichte besser zu verstehen, bietet das Musée de la Romanité einen zeitgenössischen Kontrapunkt. Seine fließende Ausstellungsgestaltung ermöglicht es, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verbinden und die Überreste in eine zugängliche und zeitgemäße Lesart der Stadt einzubetten.

Gegen Mittag führt uns der Appetit ganz natürlich zu den Halles. Hier offenbart Nîmes eine weitere Facette seiner Identität: die des Geschmacks. Brandade, Käse aus den Cevennen, lokale Spezialitäten und saisonale Produkte bilden eine kulinarische Palette, die ebenso viel über die Region erzählt wie ihre Landschaften.

Man würde es dort nicht unbedingt erwarten, doch Nîmes überrascht mit seiner modernen Kreativszene. Bei einem Bummel durch die Stadtteile Gambetta und Richelieu lassen sich die urbanen Wandmalereien der Ausstellung „Expo de Ouf!“ entdecken – eine echte Galerie unter freiem Himmel.

Und schließlich ist ein Besuch in Nîmes undenkbar, ohne auf die historische Verbindung zur Denim-Taille einzugehen, einem Stoff, dessen Name hier seinen Ursprung hat. Das Musée du Vieux Nîmes zeichnet diese Textilgeschichte nach, ergänzt durch den Besuch der „Ateliers de Nîmes“, wo man sich in die Kunst des Indigo-Färbens oder des Webens einführen lassen kann (Workshops müssen im Voraus gebucht werden). Eine schöne Möglichkeit, das lokale Know-how kennenzulernen, bevor man einen Abstecher in die Boutique in der Innenstadt macht.

Die GPX-Route unseres Tages finden Sie hier.

Nîmes, unser Stadtführer:

  • Marseille <> Nîmes: mit dem Intercités in weniger als 90 Minuten.
  • Frühstück: Farmers, Cali Kitchen, Maison Courtois oder Textures Comptoirs et Objets.
  • Mittagessen mit Blick auf das Amphitheater und das Maison Carrée: La Table du 2 (Musée de la Romanité) oder Le Ciel de Nîmes (Carré d’Art).
  • Gourmet-Abendessen: Duende**, Rouge*, Skab*, Jérôme Nutile* oder andere schöne Adressen wie Maison Croizard und Menna.
  • Übernachtungsmöglichkeiten in Nîmes: Appartcity Collection Nîmes Arènes – diese Apartmenthotels im Haussmann-Stil liegen nur einen Katzensprung von der Arena und dem Bahnhof von Nîmes entfernt
  • Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nîmes: Musée de la Romanité (Eintritt: 9 € / Erwachsener, 7–17 Jahre: 3 €, kostenlos für Kinder unter 7 Jahren); die Arena von Nîmes (Eintritt: 11 € / Erwachsener, 7–17 Jahre: 5,50 €, kostenlos für Kinder unter 7 Jahren); das Maison Carrée (Eintritt: 6,50 € / Erwachsener, 7–17 Jahre: 3,50 €, kostenlos für Kinder unter 7 Jahren); der Tour Magne (Eintrittspreis: 4 € / Erwachsener, 7–17 Jahre: 1,50 €, kostenlos für Kinder unter 7 Jahren)
  • Für eine clevere Besichtigung ist der Nîmes CityPass eine ideale Option. Preis: 35 € / 2-Tages-Pass, 39 € / 4-Tages-Pass

Tag 2: Von Nîmes nach Aigues-Mortes

Heute Morgen verlassen wir Nîmes mit dem Zug, um in die Camargue zu fahren. Bei der Anfahrt nach Aigues-Mortes öffnet sich die Landschaft, sie wird flacher und karger. Vom Bahnhof aus braucht man nur wenige Minuten, um die Stadtmauern zu erblicken, die sich vor dem Himmel abzeichnen, umgeben von Kanälen und Wasserbecken. Ein beeindruckender Anblick!

Innerhalb der Stadtmauern schlendert man, vom Zufall geleitet, durch die gepflasterten Gassen. Kunsthandwerksläden, Feinschmeckeradressen und Ateliers, die von der Lebensart der Camargue inspiriert sind, säumen den Spaziergang. Ein Bier oder ein nach Fougasse duftender Gin bei „Chez Jeannot“ wird zum Anlass für eine Pause, während man lokale Handwerker, Designer und traditionelles Know-how entdeckt, wie zum Beispiel die traditionellen provenzalischen Santons der Kunsthandwerker von Samaël.

Zur Mittagszeit bieten mehrere Bistros eine lokale und reichhaltige Küche an, doch schließlich lassen wir uns bei Vincent nieder. Ein typisches Bistro der Camargue mit einer schmackhaften und farbenfrohen Speisekarte.

Die Stadtmauern von Aigues-Mortes gehören zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Anlagen Europas. Bei einem Rundgang auf dem Wehrgang schweift der Blick in die Ferne: Salinen in schillernden Farbtönen, Kanäle, die Weiten der Camargue, so weit das Auge reicht. Die Stadt offenbart sich dabei in ihrer ganzen strategischen und historischen Bedeutung. Die Luft ist salzig. Atmen Sie diese Freiheit ein. Planen Sie gut eineinhalb Stunden ein, um die 1.640 Meter lange Stadtmauer entlangzulaufen.

Betreten Sie anschließend die Kirche Notre-Dame-des-Sablons und entdecken Sie ein restauriertes Kulturerbe, das gotische, romanische und zeitgenössische Elemente vereint – mit Glasmalereien von Claude Viallat. Und bevor Sie die Stadt verlassen, können Sie der lokalen Spezialität unmöglich widerstehen: Die Fougasse d’Aigues-Mortes, ein zart nach Orangenblüten duftendes Brioche, lässt sich am Place Saint-Louis gegenüber der Statue des Gründerkönigs genießen.

Die GPX-Route unseres Tages finden Sie hier.

Tipps und Empfehlungen für Tag 2:

  • Nîmes <> Aigues-Mortes: mit dem TER in weniger als einer Stunde oder mit dem Bus der Linie C132. Der Bahnhof von Aigues-Mortes liegt 500 m von der Altstadt entfernt, die man erreicht, indem man in Sète den Rhône-Kanal überquert.
  • Mittagessen: Le Bistrot Païou, Chez Vincent oder Au Louis IX.
  • Nachmittagsimbiss: „Il était une fougasse“, eine Spezialität seit 1911.
  • Besichtigung der Stadtmauern von Aigues-Mortes, die die Stadt umgeben: Eintritt 9 € pro Erwachsenem, kostenlos für Personen unter 26 Jahren
  • Rückfahrt: nur eine Zugverbindung am Abend, daher sollte man rechtzeitig planen.

Tag 3: Avignon, die Stadt der Päpste

Am letzten Tag geht es nach Avignon. Die Zugfahrt ist kurz und führt direkt ins Stadtzentrum. Auch hier lässt sich alles zu Fuß erkunden. Bevor man die bekanntesten Sehenswürdigkeiten erreicht, stößt man auf eher unbekannte Orte wie den Kreuzgang Saint-Louis (Eintritt frei). Dieses Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, ein ehemaliges Noviziat der Jesuiten, hat seinen Charme und die gemütliche Atmosphäre vergangener Zeiten bewahrt.

Die Mediathek Ceccano (Eintritt frei) bietet eine einzigartige und unerwartete Auszeit. Sie befindet sich in einer ehemaligen Kardinalsresidenz und verfügt über prächtige Lesesäle, die mit Fresken und bemalten Decken geschmückt sind.

Kennen Sie den Papstpalast bereits? Machen Sie es wie wir und besuchen Sie das Petit Palais – Louvre in Avignon (Eintritt frei), das ebenso sehenswert ist. Es befindet sich in der ehemaligen Kardinalsresidenz von Arnaud de Via und beherbergt Sammlungen mittelalterlicher und Renaissance-Gemälde, die zu den umfangreichsten Europas zählen.

Der Nachmittag führt uns abseits der ausgetretenen Pfade weiter. Gut versteckt in der Rue Four de la Terre betreten wir die Bains Pommer (Eintritt frei). Diese ehemaligen öffentlichen Bäder aus der Belle Époque bieten einen erstaunlichen Einblick in den Alltag der Avignoner von einst. Etwas weiter entfernt erzählt das Museum des Mont de Piété und der Seidenindustrie (untergebracht in den Gebäuden des ehemaligen Mont-de-Piété, dem Stadtarchiv) die soziale und wirtschaftliche Geschichte der Stadt (Eintritt frei).

Wenn man sich in Richtung des Stadtviertels Carreterie begibt, wirkt Avignon wie ein Dorf, das sich am Fuße des Rocher des Doms schmiegt. Unauffällige Plätze, kleine Kapellen, Herrenhäuser (darunter das von Madon de Chateaublanc) und gepflasterte Gassen bilden eine äußerst friedliche Kulisse.

Die GPX-Route unseres Tages finden Sie hier.

Tipps für einen Besuch in Avignon:

  • Avignon <> Nîmes: 40 Minuten mit dem TER
  • Ankunft in Avignon: BS Conciergerie Bagagerie (Rue St. Michel) bietet eine sichere Gepäckaufbewahrung an, damit Sie die Stadt ganz unbeschwert erkunden können.
  • Die besten Restaurants in Avignon: „Première Édition“ (kleine, originelle Speisekarte mit Produkten aus der Region), „Les Halles“ (kleine Stände, an denen man etwas essen kann), „Pinocchio“ (italienisch), „Le Carré du Palais“ (wo man mit Blick auf den Papstpalast speisen kann), Brasserie de l’Horloge, eine Institution, in der Sie die „Agnolade d’Avignon“ genießen können, sowie im „Chineur“, einem charmanten Restaurant mit Trödelladen.
  • Shopping-Pausen: Gönnen Sie sich etwas bei Aline Géhant, einer handwerklichen Chocolatière, oder bei Terraroma, wo Sie Naturkosmetik finden, die herrlich nach der Provence duftet.

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