An dieser Stelle erhob sich bis zum Beginn des 14. Jhds. die Synagoge der jüdischen Gemeinschaft. Papst Johannes XXII. ließ die Synagoge abreißen, nachdem er die jüdische Bevölkerung vertrieben hatte und ließ dafür eine Kapelle bauen, die Notre-Dame-d’Enville gewidmet war. Der Bau erfolgte im Gegenzug zur Kirche des Heiligen Baudilius, die sich damals « außerhalb der Mauern » befand. Die Kapelle wurde 1320 eingeweiht, am 16. Januar 1325 wurde hier der Hochzeitvertrag zwischen Hugues de Sade und der schönen Laure unterzeichnet.
Gegen Ende des 16.° Jhd. stark beschädigt, bildeten die Einwohner, die sie restaurieren lassen wollten, eine Bruderschaft der Weißen Pönitenten (per Verordnung vom 18. Mai 1581.) Sie wurde 1884 außer Betrieb genommen und darauf von der Gemeindeverwaltung einem Mauererunternehmen überlassen, das sie als Lager nutzte. 1950 wurde sie von der Gemeinde zurückgekauft und in ein öffentliches Warmbad umgebaut. Erst 1995 wird hier schließlich die Bibliothek Marc Mielly eingerichtet.
Uns erhalten geblieben sind die pentagonale Apside aus dem 14.°Jhd und Wandmalereien, die vor kurzem unter den Anstrichen des 18. Jhds. entdeckt wurden. Gotisches Portal zur Straße.