Clément Cogitore - Ferdinandea, die vergängliche Insel. Offene Türen am Mittwoch, den 10. Dezember um 16 Uhr.
Zwischen Ende Juni und Mitte Juli 1831 entsteht durch unterseeische vulkanische Aktivität eine neue Insel im Mittelmeer, im Kanal von Sizilien gegenüber von Tunesien. Während Seeleute und Bewohner der umliegenden Küsten das Erwachen eines Seeungeheuers befürchten, weckt das neue Gebiet die Neugier von Wissenschaftlern und die Begehrlichkeit der europäischen Mächte, die sich auf dem Weg der kolonialen Expansion befinden. Innerhalb weniger Wochen wird die Insel wegen ihrer strategischen Lage unter anderem von Großbritannien, Frankreich und dem Königreich beider Sizilien beansprucht. Der Wettstreit ist jedoch nur von kurzer Dauer: Nur sechs Monate nach ihrem Auftauchen versinkt die neu entstandene Insel unter den Wellen des Mittelmeers. Ihre zahlreichen Namen bleiben jedoch in den europäischen Archiven erhalten: "Ferdinandea" für das Königreich beider Sizilien zu Ehren von König Ferdinand II. von Bourbon, "Julia" für die Franzosen in Anspielung auf die Julimonarchie und "Graham" für die Engländer nach Sir James Graham, dem ersten Lord der Admiralität. Könnte eine neue Eruption den Basaltfelsen jeden Moment wieder zum Vorschein bringen und erneut geopolitische Manöver, Ausbeutungs- und Ausgrenzungslogiken imperialistischer Mächte hervorrufen?
In den für die Ausstellung geschaffenen Filmen, Videos und Fotografien spekuliert der Künstler und Philosoph Clément Cogitore über die Entstehung, den Untergang und das mögliche Wiederauftauchen des Vulkans. Zwischen Dokumentation und Fiktion orchestriert seine metaphorische Intuition Vorahnungen, Volksglauben, Archivmaterial, wissenschaftliche und kartografische Aufzeichnungen: In seinen Händen wird "Ferdinandea" zum Spiegel unterschiedlicher Beziehungen zur Welt und möglicher Zukünfte.
Cogitores vielgestaltiger Erzählung zufolge ist "Ferdinandea" eine versunkene Utopie/Dystopie, ein Ort aller Möglichkeiten, von dem aus der Künstler dazu einlädt, den Raum des "Mittelmeers" neu zu überdenken.
Kommissariat:
Kathryn Weir, Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin.
Hélia Paukner, Konservatorin des Kulturerbes, Leiterin des Pols für zeitgenössische Kunst, Mucem.
Enguerrand Lascols, Konservator des Kulturerbes, Pôle Vie domestique, Mucem
Die Ausstellung, die zunächst im MADRE (Museum Donnaregina für zeitgenössische Kunst, Neapel, 24. Juni bis 12. September 2022) gezeigt wurde, wird in ihrer Marseiller Variante von der Ausleihe neuer Archive, einer neuen szenografischen Konzeption und einem erweiterten Ausstellungskatalog profitieren. Unter den rund 50 im Mucem ausgestellten Werken und Archiven (16-mm-Film, Videos, Fotografien, Grafiken, Archivdokumente, Malerei) werden sechs Werke von Clément Cogitore gezeigt, von denen fünf noch nie in Frankreich zu sehen waren, mit privaten und öffentlichen, französischen und internationalen Leihgaben.
Offene Türen am Mittwoch, den 10. Dezember um 16 Uhr.
In den für die Ausstellung geschaffenen Filmen, Videos und Fotografien spekuliert der Künstler und Philosoph Clément Cogitore über die Entstehung, den Untergang und das mögliche Wiederauftauchen des Vulkans. Zwischen Dokumentation und Fiktion orchestriert seine metaphorische Intuition Vorahnungen, Volksglauben, Archivmaterial, wissenschaftliche und kartografische Aufzeichnungen: In seinen Händen wird "Ferdinandea" zum Spiegel unterschiedlicher Beziehungen zur Welt und möglicher Zukünfte.
Cogitores vielgestaltiger Erzählung zufolge ist "Ferdinandea" eine versunkene Utopie/Dystopie, ein Ort aller Möglichkeiten, von dem aus der Künstler dazu einlädt, den Raum des "Mittelmeers" neu zu überdenken.
Kommissariat:
Kathryn Weir, Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin.
Hélia Paukner, Konservatorin des Kulturerbes, Leiterin des Pols für zeitgenössische Kunst, Mucem.
Enguerrand Lascols, Konservator des Kulturerbes, Pôle Vie domestique, Mucem
Die Ausstellung, die zunächst im MADRE (Museum Donnaregina für zeitgenössische Kunst, Neapel, 24. Juni bis 12. September 2022) gezeigt wurde, wird in ihrer Marseiller Variante von der Ausleihe neuer Archive, einer neuen szenografischen Konzeption und einem erweiterten Ausstellungskatalog profitieren. Unter den rund 50 im Mucem ausgestellten Werken und Archiven (16-mm-Film, Videos, Fotografien, Grafiken, Archivdokumente, Malerei) werden sechs Werke von Clément Cogitore gezeigt, von denen fünf noch nie in Frankreich zu sehen waren, mit privaten und öffentlichen, französischen und internationalen Leihgaben.
Offene Türen am Mittwoch, den 10. Dezember um 16 Uhr.
