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Strand Notre-Dame auf der Insel Porquerolles im Nationalpark Port-Cros

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C.Boyadjian

7 in Südfrankreich gedrehte und für die Filmfestspiele Cannes 2026 ausgewählte Filme

Sieben von der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur unterstützte, in der unverwechselbaren Kulisse Südfrankreichs gedrehte Filme wurden für die Filmfestspiele Cannes 2026 ausgewählt. Eine schöne Möglichkeit, um einige symbolträchtige oder verkannte Landschaften der Provence und der Côte d’Azur unter einem anderen Blickwinkel (wieder) zu entdecken.

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Veröffentlicht am 25 April 2026

„Les Matins merveilleux“ von Avril Besson

Ein poetischer Ausflug an die Küste des Departements Var

Avril Bessons erster Spielfilm ist eine von India Hair, Raya Martigny und Éric Cantona getragene Ode an die Freiheit und den Wiederaufbau. Die Geschichte handelt von Charlie, einer sinnsuchenden jungen Frau, die nach der Beerdigung ihrer Großmutter in einen menschenleeren Badeort im Departement Var flüchtet. Diese hübsche, zwischen Melancholie und Hoffnung lavierende romantische Komödie fängt die wirklichkeitsfremde Stimmung der Stadt Le Lavandou ein, die für ihre Strände, ihr türkisblaues Wasser und ihre bewahrte Naturumgebung mit schönen Spaziergängen und prächtigen Aussichtspunkten am Mittelmeer bekannt ist. Im Film verwandelt sich die weite Sandfläche des Plage de Cavalière in den stillen Zeugen einer unerwarteten Begegnung. Einige Szenen wurden auch in Toulon und in der Nähe von La Crau gedreht und zeigen die landschaftliche Vielfalt des Departements Var zwischen Meer und Hinterland. Ein Film, bei dem Sie sicher Lust bekommen, alles stehen und liegen zu lassen und sich an der Côte d’Azur zu sonnen.

„Roma Elastica“ von Bertrand Mandico

Eine Kinoreise zwischen Nizza und Alpes-Maritimes

Mit Marion Cotillard, Noémie Merlant und Martina La Manna versetzt Bertrand Mandico die Zuschauer durch das Porträt einer Schauspielerin auf der Suche nach Erlösung in die 1980er Jahre. Der Film wurde insbesondere an symbolträchtigen Orten in Nizza gedreht wie der Villa Arson, einer Hochburg der Gegenwartskunst, wo ein Anwesen aus dem 18. Jahrhundert auf brutalistische Architektur und einen mediterranen Garten mit Panoramablick auf die Baie des Anges trifft. Eine weitere markante Kulisse des Films ist das ehemalige IBM-Gebäude von La Gaude, ein Meisterwerk von Marcel Breuer, dessen erstaunliche Y-Form von den Anhöhen von Saint-Jeannet aus sichtbar ist. Der Film setzt auch die Provence Studios in Martigues und das zwischen dem Etang de Berre und der Hochebene L’Arbois eingebettete Dorf Vitrolles in Szene, das an seinem über die Landschaft ragenden Felsen besonders gut zu erkennen ist. Die kontrastreichen Kulissen bieten eine neue Perspektive auf die zugleich urbanen und urwüchsigen Landschaften Südfrankreichs.

„La Bataille de Gaulle: l’âge de fer“ von Antonin Baudry

In der Provence geschriebene Geschichte

Dieser Historienfilm mit Simon Abkarian, Simon Russell Beale und Benoît Magimel zeichnet durch den Lebensweg des Generals de Gaulle den Beginn des französischen Widerstands nach. Unter den Drehorten verkörpert die Villa Rocabella in Le Pradet mit ihrer luxuriösen Architektur und ihren Gärten am Mittelmeer die Eleganz und die feine Lebensart der Côte d’Azur. Sie weckt Lust auf einen Besuch der legendären Küstenvillen wie der Villa Ephrussi de Rothschild, des Domaine du Rayol oder der exotischen Gärten von Menton. Auch der Flugplatz von Salon-de-Provence beteiligt sich an den Dreharbeiten und taucht die Zuschauer in die Geschichte und in die Bau- und Naturschätze der Region ein.

„L’Objet du délit“ von Agnès Jaoui

Die Oper trifft sich mit dem Luberon

Agnès Jaoui und Daniel Auteuil stehen im Mittelpunkt dieses Gesellschaftsdramas, das in der gedämpften Welt einer Produktion von Figaros Hochzeit spielt. Spannungen und Leidenschaften bestimmen den Rhythmus des Films, der insbesondere in Lacoste gedreht wurde, einem für seine die Landschaft überragende Burg bekannten Bergdorf des Luberon. Die Burg, in der früher der Marquis de Sade wohnte, wurde vom Modeschöpfer Pierre Cardin zu einem Ausstellungsgelände umgebaut. Rund um das Dorf bilden mehrere hochgelegene Aussichtspunkte, die Lavendelfelder und der Zedernwald des Luberon einen idealen Rahmen für Ausflüge in die Natur. Perfekt abgerundet wird dieser provenzalische Hintergrund durch weitere Drehorte wie das Château de Sannes, ein prunkvolles Weingut, in dem Führungen und Weinproben veranstaltet werden, sowie den Bahnhof von Marseille mit seinem Panoramavorplatz und seinen großen, in die Stadt hinabführenden Treppen.

„La Frappe“ von Julien Gaspar-Oliveri

Martigues und Marseille unter einem neuen Tag

Für seinen ersten Film erforscht Julien Gaspar-Oliveri anhand der Geschichte von Enzo und seiner Schwester Carla Familienbindungen und schändliche Geheimnisse. Die Dreharbeiten führten das Filmteam nach Martigues in die Avenue Urdy Milou, zum Parkplatz der Halle, zum Strand und zur Hochebene des Grand Vallat. Eine Gelegenheit, um neue Facetten und andere Blickwinkel des für seine Kanäle, seine Fischerboote und seine sonnigen bunten Fassaden bekannten „provenzalischen Venedigs“ zu entdecken. Des Weiteren erkundet der Film auch unerwartete Orte wie die Kartbahn von Le Rove oder die sich hinter den Buchten durch die Strauchheide ziehende Straße des Col de la Gineste. Einige Szenen wurden auch in Marseille im Stadtteil Belle de Mai gedreht. Eine Mischung von Kulissen, die eine andere, zwischen Moderne und Tradition stehende Facette der Region enthüllt.

„Dernier printemps“ von Mathilde Bédouet

Jugendliche Schwärmereien in traumhafter Kulisse

Mit ihrem Kurzfilm über die beiden unzertrennlichen Jugendlichen Marion und Camille fängt Mathilde Bédouet das Ende der Unbekümmertheit ein. Ihre letzte Klassenfahrt führt sie auf eine südfranzösische Insel, deren unberührte Landschaften und sonnigen Strände zum Schauplatz ihrer ersten, manchmal herrlichen, manchmal brachialen jugendlichen Bekenntnisse werden. Der ganze Film wurde in Hyères und auf der Insel Porquerolles in geheimen Buchten und auf von Kiefern und kristallklarem Wasser gesäumten Pfaden gedreht. Eine großartige Anregung, uns in diese erhaltenen Landschaften des Nationalparks Port-Cros zurückzuziehen, der sich auch auf die Iles d’Or erstreckt und durch eine unglaubliche Natur- und Kulturvielfalt auszeichnet: geschichtsträchtige Festungen und Denkmäler, das botanische Konservatorium und der Meeresgrund mit seinen seltenen geschützten Arten – eine zauberhafte Welt, die wir auf Wander- und Unterwasserwegen entdecken können!

„Nouvel hair“ von Hadrien Bels

Eintauchen in den Marseiller Stadtteil Noailles

In seinem ersten Film versetzt Hadrien Bels, Autor des ebenfalls in Marseille spielenden Romans Cinq dans tes yeux, seine Zuschauer in das sprudelnde Treiben des Stadtviertels Noailles. Der Film porträtiert einen Tag im Leben von Skander und Mehdi. Skander ist seit vierzig Jahren als Friseur tätig und beabsichtigt, seinen Salon, das Symbol einer Epoche und einer Gemeinschaft, zu verkaufen, während Mehdi wiederum einen Friseursalon in der Nordstadt eröffnen will. Es zeichnet sich jedoch ein intensiver Tag ab, denn die beiden Friseure erwarten allerlei Überraschungen. Der Kurzfilm taucht uns in die belebten Gassen des Stadtteils Noailles ein, der für seinen Markt, seine Gewürzstände, seine Läden mit orientalischen Dekorationen und Leckereien, seine Dampfbäder und seine legendären Adressen wie die Eisenwarenhandlung Maison Empereur, den Teeladen von Père Blaize, Chez Yassine oder die Pizzeria Chez Sauveur wohlbekannt ist. Ein Viertel, in dem wir unseren Tag bestens ausfüllen können.