Beschreibung
Versailles 1669. Nicht weit vom Schloss entfernt. Molière und seine Schauspieler kehren in die bescheidene Scheune zurück, die sie während ihrer Aufenthalte im Palast bewohnten. Der Moment ist von großer Bedeutung.
Fünf Jahre nach der Aufführung der Originalfassung vor dem Hof hat die Theatergruppe dem König nun die dritte Fassung des Tartuffe vorgelegt. Und dieses Mal, endlich, nach all den Jahren des Verbots, all den vergeblichen Versuchen, sein Werk durchzusetzen, all den Umschreibungen, all den Zugeständnissen an die Partei der Frömmler, hatte Molière endlich die Zustimmung des Königs erhalten, seinen Tartuffe öffentlich aufführen zu dürfen. Aber ein umgestalteter Tartuffe, denn die ernste Komödie, die heute die Zustimmung des Königs erhielt, ist weit entfernt von der satirischen Farce, die der ursprüngliche Tartuffe ou l'Hypocrite war. Was jedoch weder Molière noch ein anderes Mitglied der Truppe ahnt, ist, dass der erste Tartuffe, in dem Molière falsche Frömmler geißelte, in dem er die Farce und das Lachen einsetzte, „um die Laster der Menschen zu korrigieren“, und der dem König so gut gefallen hatte, heute in einer spontanen Aufführung wieder zum Leben erweckt wird. Denn der Tartuffe, der in diesem Gasthaus wieder zum Leben erweckt wird, ist immer noch verboten. Was wird also bei dieser Aufführung passieren? Kann sie bis zum Ende durchgeführt werden? Wer von den Schauspielern wird den Mut haben, die Zensur zu übertreten? Welche anderen werden es sein? Welche Entscheidungen wird das Publikum treffen müssen? Und wie weit werden alle Beteiligten bereit sein, für die Meinungsfreiheit zu gehen?







