Beschreibung
Die Ausstellung „Family of Lies“ des japanischen Fotografen Hajime Kimura lädt Sie ein, sein Universum zu entdecken, das die Konflikte einer Familie sowie deren Wiederaufbau und Wiedergeburt darstellt.
Zur Eröffnung seines neuen Ausstellungsraums präsentiert IRIS ARLES die Ausstellung „Family of lies (Familie der Lügen)“ des japanischen Fotografen Hajime Kimura.
Kimura ist bekannt für seine Werke, die einen erstaunlichen Kontrast zwischen kraftvollen Schwarz-Weiß-Bildern und verschwommenen, wie aus der Erinnerung stammenden Bildern schaffen, die er in zahlreichen Serien wie dieser – den japanischen Jägern „Matagi“, die Rennpferde „Track“ oder die Reflexion über seinen verstorbenen Vater „Snowflakes Dog Man“.
Das Thema dieser Ausstellung, „Family of lies“, ist seine eigene Familie.
Seit seiner Kindheit hegt er komplexe Gefühle gegenüber seiner Familie. Er hat sich ein trügerisches Bild von ihr zurechtgelegt und erzählt Geschichten, in denen sich Realität und Fiktion vermischen. Nach dem Tod seiner Eltern kam es sogar vor, dass er mit anderen sprach, als wären sie noch am Leben.
Gleichzeitig greift er jedoch seine eigene Familie (insbesondere seine Eltern, die starben, als er noch jung war) und seine Familienerinnerungen als Themen in seinem Werk auf.
Warum fühlt er sich, obwohl er seine Familie als „Quelle der Scham“ betrachtet, gleichzeitig so stark zu ihr und zu ihrer Geschichte hingezogen? Kann er alles ans Licht bringen und diesen sich anhäufenden Lügen ein Ende setzen?
Kimura hat diese Selbstreflexion und diese Entschlossenheit in Form der Serie „Family of lies“ zum Ausdruck gebracht.
Diese Ausstellung zeigt Landschaften, die bei erneuten Besuchen der Orte seiner Familienreisen fotografiert wurden, sowie kleine Details aus seinem Zuhause, parallel dazu Bilder aus Familienalben, die Kimura überarbeitet hat.
Die Erinnerungen einer bestimmten Familie, die Kleidung und die Körper, die in den Bildern eingeprägt sind, liefern uns kleine Hinweise, die unsere Fantasie über sie anregen.
Mit anderen Worten: Seine Bilder, die weder an ein kollektives Gedächtnis noch an einen breiteren historischen Kontext anknüpfen, bleiben auf den persönlichen Bereich beschränkt und schaffen so einen autobiografischen Raum.
Zudem präsentiert diese Ausstellung zahlreiche Werke, bei denen Bilder auf Spiegel oder Spiegelpapier übertragen wurden; die Silhouette des Betrachters oder die des Künstlers selbst spiegelt sich in den Werken wider und verleiht der Beziehung zwischen dem realen und dem virtuellen Bild zusätzliche Tiefe.
Über seine Serien über seine Familie erklärt Kimura, dass es ihm darum geht, sich selbst zu rehabilitieren und durch das Prisma der Familie die Tatsache zu akzeptieren, dass seine Eltern verstorben sind.
„Family of lies“ lädt Sie ein, sein Universum zu entdecken, das die Konflikte einer Familie sowie deren Wiederaufbau und Wiedergeburt darstellt.
