Beschreibung
Der Korridor bietet Ihnen eine langsame Reise durch imaginäre, reale oder metaphorische Landschaften, die gezeichnet, gemalt, auf verschiedene Medien wie Papier, Leinwand oder Platten geprägt oder auch fotografiert wurden.
Die Galerie Le Corridor freut sich, Traverser zu präsentieren, eine Ausstellung mit Werken von Florence Grundeler und Michel Rey. Langsames Durchqueren von imaginären, realen oder metaphorischen Landschaften.
Im kreativen Prozess von Florence Grundeler steht am Anfang das Material: Baumwolle, Tarlatan, Papier, Kupfer, Asche, Tinte, Faden und seit kurzem auch Jeansstoff. Die Serendipität, dieser fruchtbare Zufall, spielt dabei eine wichtige und selbstbewusste Rolle. Mit einer freien und zufälligen Geste konfrontiert sich die Künstlerin mit der Zerbrechlichkeit, der Härte und der unvorhersehbaren Durchlässigkeit des Untergrunds. Sie sticht mit einem Faden in Leinwand oder Papier, tränkt sie mit Tinte und graviert die Platten mit der Kaltnadel. Sie erforscht die Wiederholung von Formen und ihre winzigen Variationen. Die Farbtöne sind neutral, braun, schwarz, weiß, blau. Stille, Leere und paradoxerweise eine Dichte an Details, die zu einer vagabundierenden Betrachtung einladen. Eine Reihe kleinformatiger Bilder aus dem Projekt Jean Palimpseste - Landschaften auf Fragmenten von abgenutzten Jeans - wird zum ersten Mal ausgestellt. Eine weitere subtile Illustration der unaufhörlichen Suche des Künstlers nach der sinnlichen Erfahrung von Zeit und Abdruck.
Die Fotografien von Michel Rey aus der Serie, entre-deux, Camargue erinnern an die unentschlossenen Zwischenräume der Camargue, ein instabiles und bewegliches Gebiet, in dem die Trennung nie weit vom Bruch entfernt ist. Die Absicht ist nicht dokumentarisch, dennoch ist es für diejenigen, die dieses Gebiet kennen, seine Essenz, die hier eingefangen wird. Mineralische Farben, von erloschenem Sand bis zu intensivem Ocker, von Himmelblau bis Schwarzblau, horizontale Kraftlinien, unendliche Weiten. Die menschliche Präsenz spielt sich auf indirekte Weise durch Zeichen ab, rein grafische Überreste, die mit der Horizontalität der drei Elemente Erde, Meer und Himmel in Spannung treten. Die Komposition ist streng durchdacht, beherrscht und von einer selbstbewussten Malerei. Sie schöpft ihre Ästhetik aus der Vergangenheit der christlichen Ikonografie, indem sie deren Werte umkehrt: Der Himmel ist dunkel, die Erde ist hell. Diese metaphorische Dimension schafft Fremdheit, einen Effekt der Verwirrung zwischen Realität und Fiktion. Während sie eine Distanz zu den Dingen aufrechterhält, lädt sie zu einer Verschiebung des Blicks ein.

