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10 Anekdoten unserer offiziellen Guides, mit denen Sie verblüffen können

Der ganze kulturelle und geschichtliche Reichtum der Region Sud erschließt sich Ihnen durch 10 Anekdoten der offiziellen Guides, die man unbedingt kennen und mit Familie und Freunden teilen sollte. Wohlgehütete Geheimnisse der Geschichte, die nur professionelle Guides zu erzählen und bei ihren geführten Besichtigungen zu vermitteln verstehen.

Wer ist denn der Mann mit der eisernen Maske?

Er verstarb 1703 und soll die 34 letzten Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht haben, davon 11 in der Festung der Insel Sainte-Marguerite bei Cannes. Er ist der berühmteste Gefangene der Welt und das Geheimnis seiner Identität hat bis heute die Phantasie beschäftigt, auch die von Voltaire: « Es war befohlen, ihn zu töten, falls er seine Maske abnahm, deren Kinnstück mit Stahlfedern versehen war, damit er mit der Maske auf dem Gesicht essen konnte. » Seit dem 17. Jh. wurden ungefähr fünfzig verschiedene Identitäten vermutet, darunter der Zwillingsbruder von  Ludwig XIV., sein unehelicher Sohn Louis von Bourbon oder sein oberster Finanzminister Nicolas Fouquet.

Das Rhinozeros von Château d’If

Vor langer Zeit gab es ein Rhinozeros auf der Insel If vor Marseille. Das war übrigens der Ausgangspunkt für den Bau der berühmten Festung Château d’If. Im Jahre 1516 hatte der französische König Franz I., der sich auf einer Walfahrt nach Saint-Maximin-la-Sainte-Baume befand, erfahren, dass ein Rhinozeros, das der portugiesische König an den Papst geschickt hatte, in Marseille Halt gemacht hatte. Da die Marseiller Stadtväter nicht wussten, was sie mit so einem Tier, das man in Europa noch nie gesehen hatte, machen sollten, brachten sie es zur Insel If. So entdeckt Franz I., als er  auf der Insel If auf die Jagd geht, die Örtlichkeiten und bei der gleichen Gelegenheit das Rhinozeros, das sich dort befindet. Bei diesem Anlass beschließt er, hier eine Festung zur besseren Verteidigung von Marseille errichten zu lassen: Château d’If.

Als Van Gogh sich ein Ohr abschneidet

1888 hat Van Gogh in Arles die Idee einer Schule für Malerei, die er mit seinem Freund Paul Gauguin gestalten möchte. Die beiden Künstler beginnen zusammen zu arbeiten, haben aber nicht die gleiche Vorstellung von Kunst. Die Spannungen führen zu einer Krise und bei einem heftigen Streit bedroht Van Gogh Gauguin mit einem Rasiermesser, bevor er die Waffe gegen sich selbst richtet. Er schneidet sich das linke Ohr ab und schenkt es einer jungen Bediensteten (nicht einer Prostituierten) des benachbarten Bordells. Nachdem er behandelt und wieder hergestellt war, wechseln bei Van Gogh Krisen und Zeiten des Atemholens ab. Er entschließt sich schließlich im Mai 1889, sich in der psychiatrischen Klinik Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy-de-Provence behandeln zu lassen.

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Eine exotische Menagerie in geheimen Gärten

Ebenso wie andere berühmte Gärten dieser Zeit beherbergten auch die des Papstpalasts eine Menagerie mit exotischen Tieren: Löwen, Gorillas, Bären, Strauße, Pfauen… Man wollte Besucher beeindrucken und die Fähigkeit des Papsttums belegen, zu akklimatisieren und zu zähmen, kurz gesagt, die Welt zu beherrschen. Darüber hinaus hatten die Gärten eine konkrete und zweckdienliche Bestimmung. Sie dienten der Versorgung der Küchen (der Pfau war nämlich ein Geflügel, das bei Festbanketten besonders geschätzt war),  und boten dem Pontifex eine gesunde und angenehme Umgebung zur „recreatio corporis“ (der Erholung des Körpers), die im 14. Jh. von den Päpsten als notwenig erachtet wurde.

Die Engel von Nizza

Nizza ist das Reiseziel Nummer 1 der Côte d’Azur mit seiner berühmen Engelsbucht. Der Name « Baie des Anges » ist weder eine touristische Bezeichnung wie « Côte d’Azur », noch eine religiöse Bezeichnung, wie man vielleicht zuerst vermuten könnte. Die Engel der Bucht von Nizza sind in Wirklichkeit eine Art von Haien, die auch Seeengel oder Engelshai genannt werden (peï Angé im Dialekt von Nizza!). Diese harmlosen Haie, die auf dem Meeresgrund leben, hatten die üble Angewohnheit, die Netze der Fischer zu zerstören. Daher wurden sie einfach ausgerottet. Heute gehört der Seeengel dank des Muts und der Klarsicht  des Menschen zu den tausenden von Arten, die vor dem Aussterben geschützt werden sollen.

Wie war das denn mit der Pest?

Zwischen 1347 und 1352 tötet die Schwarze Pest 25 Millionen Europäer, davon 7 Millionen Franzosen, das heißt ungefähr 40% der Bevölkerung. Ihre galoppierende Verbreitung erfolgt durch Ratten, die auf Handelsschiffen aus Asien eingeschleppt werden. Die Epidemie bricht 1347 in Marseille aus, anschließend in Avignon. Avignon, damals Stadt der Päpste, empfängt Besucher aus ganz Europa, was zur weiteren Verbreitung der Krankheit beiträgt. Die Pest führt zu Pogromen an den Juden in der ganzen Provence, die man für die Epidemie verantwortlich macht. 1720 verbreitet sich „die große Pest“ von Marseille aus durch ein Handelsschiff, das die Quarantänevorschriften nicht eingehalten hatte. Avignon und die Grafschaft Venaissin entschließen sich dazu, sich durch eine Mauer zwischen der Durance und dem Mont Ventoux abzuschotten, die Tag und Nacht bewacht wird.

Als Monaco kleiner wurde

1847 hatte das Fürstentum Monaco ein Staatsgebiet von 24,5 km². Heute beträgt die Fläche 2,02 km², 90% des Staatsgebiets gingen verloren. Die Gemeinden Roquebrune und Menton gehörten nämlich früher einmal zum Fürstentum. Die Erhöhung der Besteuerung landwirtschaftlicher Exporte aus Menton (Öl und Zitronen) waren der Grund für die Revolte dieser beiden Gemeinden, die 1861 gegen eine Zahlung von 4 Millionen Goldfranken an Frankreich angeschlossen wurden. Da Monaco nun seine landwirtschaftlichen Einkünfte verloren hatte, investierte man das Geld zur Umstrukturierung in einen Luxusbadeort und erlaubte das Glücksspiel, das damals in Frankreich und Italien verboten war.

Als Cäsar Marseille einnahm

50 v. Chr. beschuldigt Pompeius, der damals an der Spitze des Senats von Rom stand, Cäsar des Verrats. Cäsar zieht daher in den Krieg gegen die Truppen des Pompeius, um alleiniger Herrscher des Reichs zu werden. Marseille war damals schon einer der größten Häfen des Mittelmeers und stand treu zu Pompeius. Empört über die Haltung von Marseille organisiert Cäsar 49 v. Chr. die Belagerung der Stadt. Nach 6 Monaten Belagerung und zwei vergeblichen Versuchen, die Blockade zu durchbrechen, ergeben sich die ausgehungerten Marseiller. Cäsar lässt die Mauern schleifen, brennt die Stadt nieder und entzieht ihr die Fischereirechte. Gerettet wird Marseille damals von seinen Nachbarn, seinen Kolonien und vor allem von Griechenland durch Lieferungen von Vorräten, Bauholz, Arbeitern und Bewohnern zum Ausgleich der Verluste.

Wer ist Fanny eigentlich wirklich?

Das berühmteste Ritual des Pétanque-Spiels ist sicherlich der Kuss auf das Hinterteil von Fanny. Es findet statt, wenn eine Mannschaft ohne einen einzigen Punkt erzielt zu haben verliert: 13 – 0. Der Ausdruck „den Hintern der Alten küssen“ geht auf das Mittelalter zurück, wenn ein Herrscher mehrere Schlachten verloren hatte. Im 18. Jh. wird er auf das Billardspiel angewendet. Die Figur der Fanny kommt am Ende des 19. Jh. im Klub Clos Jouve in Lyon auf. Die junge Fanny Dubriand (angeblich etwas einfältig, schmutzig, schlampig gekleidet und obdachlos) tröstete den Verlierer, indem sie ihm gegen ein kleines Entgelt ihr Hinterteil zeigte, sich aber nicht küssen ließ.

Die Höhle der Sainte Baume

Im Herzen des Sainte-Baume-Gebirges befindet sich die Höhle, in der die heilige Maria-Magdalena die 33 letzten Jahre ihres Lebens gelebt haben soll. Es ist einer der mystischsten Orte der Provence, bewahrt durch die Mönche die in diesen Bergen leben. Die Legende erzählt, die heilige Maria-Magdalena sei nach ihrer Ankunft in Saintes-Maries-de-la-Mer nach Marseille gekommen. Dort habe sie zwei Jahre gelebt, bevor sie dem Lauf des Flusses Huveaune bis zu seiner Quelle gefolgt sei und dort als Einsiedlerin alleine in der Grotte gelebt habe. Nach Ihrem Tode soll sie in Saint-Maximin-la-Sainte-Baume bestattet worden sein. Das Grab der Maria-Magdalena ist das drittwichtigste Grab der Christenheit nach dem von Maria in Ephesus und dem von Petrus in Rom.

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