Die Kapelle „Notre-Dame de la Menour“, fotografiert bei schönem Wetter
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Die Kapelle „Notre-Dame de la Menour“ in Moulinet in den Alpes-Maritimes

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Région Sud/Lara Balais

Das Siegel „Trésors du Sud“

enthüllt das unscheinbare ländliche Kulturerbe der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur

Waschplatz, Taubenschlag, Ölmühle, Kapelle … Die an lauschigen Wegen ruhenden jahrhundertealten steinernen Bauten sind lebendige Säulen der Vergangenheit Südostfrankreichs und verkörpern seine Identität und sein Know-how. Auf einer betörenden Reise durch die Geschichte lädt uns das Siegel „Trésors du Sud“ (Schätze des Südens) ein, das unscheinbare ländliche Kulturerbe der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur zu erkunden.

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Veröffentlicht am 28 Juli 2026
Les Trésors du sud
Les Trésors du sud

Kulturerbe

Kirchen, Kapellen, Oratorien und Flurkreuze aus mehreren Jahrhunderten

Von den hochalpinen Tälern zu den schroffen Reliefs des Mercantour und von den Alpillen bis zum Hinterland des Departements Var legt das kirchliche Kulturerbe Südostfrankreichs Zeugnis von einer althergebrachten Spiritualität ab, die die Zeiten überdauert und die Landschaften geformt hat. Diese Gebäude sind stumme Zeitzeugen und unverrückbare Hüter der Region. In Le Lauzet-Ubaye wachen die Kapellen seit dem 19. Jahrhundert über die Weiler des Südhangs. Die Kapelle von Vaunières in Saint-Julien-en-Beauchêne wurde bereits 1682 erbaut, und die in Signes und Mollégès angesiedelten Kapellen Châteauvieux und Saint-Thomas gehen sogar auf das 11. und 10. Jahrhundert zurück. Sie waren nicht nur Orte für Andacht und Gebet, sondern auch ein Treffpunkt für die Dorfbewohner. So wurde zum Beispiel in Suzette die erste Gemeindeverwaltung 1792 mangels Rathaus in der Kirche gewählt. Andere Gebäude wiederum warten mit spektakulären Kulissen auf, wie die an einer Felsspitze über der Bévéra-Schlucht thronende Kapelle Notre-Dame de la Menour in Moulinet.

Dorfmitte

Orte der Geselligkeit ehren

Neben dem kirchlichen Erbe zeichnet das Siegel Trésors du Sud Restaurierungsvorhaben von Gebäuden aus, die für sozialen Zusammenhalt stehen. In diese Kategorie fällt beispielsweise der Tour Saint-Martin und seine angrenzende Kapelle in Allons im Verdon, mit dem damals die Reisenden in den Tälern überwacht wurden. Backöfen und Waschplätze als früherer täglicher Begegnungsort der Dorfbewohner symbolisieren das quirlige Treiben in den Dörfern. In Saint-Jurs im Verdon wurden das Waschhaus und der Backofen renoviert, wodurch sie nun die alten Zeiten wieder in Erinnerung rufen. So wie auch in Sault die Route der Waschplätze den Alltag rund um das Wasser im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt. In Salon-de-Provence schildert der Wacholderofen die Geschichte der Gewinnung von Wacholderbeeröl. Und auch Orte wie die sechs steinernen Hütten in Saint-Maurice-en-Valgaudemar und das mit Trockenmauern eingefasste Bienenhaus der Roya in Tende legen Zeugnis von den ländlichen Traditionen der Dörfer des Südens ab.

Der besondere Tipp

Absonderliches oder verkanntes Kulturerbe entdecken

Das ländliche Kulturerbe Südostfrankreichs bewahrt die Spuren eines kostbaren Know-hows. Die Gewinnung von Lavendelöl in der ehemaligen Brennerei in La Rochegiron in der Haute-Provence. Der Kastanienanbau in La Grange im Kastanienwald von Isola im Tinée-Tal. Oder die Herstellung von Gips aus Gipsstein im einstigen Gipsofen von Pernes-les-Fontaines im ehemaligen Comtat Venaissin. Weitere Orte wie die früher für das Patronatsfest der heiligen Jungfrau genutzte Kapelle der Familie Amat in Le Poët in Hautes-Alpes schildern die dörflichen Traditionen. Unter den Trésors du Sud befinden sich auch Bauwerke mit bemerkenswerter Architektur, wie der von Louis Astruc entworfene große Waschplatz von Maussane-les-Alpilles, an dem die Wäscherinnen im Stehen arbeiten konnten. Andere Orte begeistern wiederum mit der einen oder anderen Überraschung: in Aiguines zum Beispiel wird ein Teil des Bauernhofs des Grande Forêt von einer Fledermauskolonie bewohnt.

Das Siegel „Trésors du Sud“

Ländliches Kulturerbe erkennen, zur Geltung bringen und schützen

Seit 2016 setzt sich die Region Sud für die Erhaltung des unscheinbaren ländlichen Kulturerbes ein. In 10 Jahren wurden 253 Restaurierungsvorhaben betreut, um ländlichen Kapellen, Kirchen, Flurkreuzen, Oratorien, Waschplätzen, Springbrunnen, Wasserrädern, Wasserbecken, Mühlen, Trockensteinhütten und -mauern, Gips-, Wacholder- und Backöfen neuen Glanz zu verleihen. Zur Fortsetzung dieser Initiative hat die Region Sud 2026 das Siegel „Trésors du Sud“ ins Leben gerufen. Sie zeichnet damit alle aus, die diese Schätze des Südens bewahren, und bekräftigt so ihre Treue zu unseren Wurzeln.