Beschreibung
Man Ray, eine wichtige Figur des Surrealismus und der Fotografie des 20. Jahrhunderts, wird im MAT in Toulon geehrt. Die Ausstellung "La magie de l'image" enthüllt sein kreatives Universum zwischen Fotografie, Experimenten und visueller Poesie.
Das Kunstmuseum von Toulon präsentiert vom 4. Juli bis zum 31. Oktober 2026 die große Ausstellung „Man Ray, Magie des Bildes“. Fast zweihundert Werke – Fotografien, Gemälde, Zeichnungen, Lithografien, Rayografien, Glasplattenaufnahmen, Modefotografien, Objekte, Bücher und Filme – zeichnen den Werdegang eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts nach.
Die Ausstellung steht im Zeichen einer doppelten Gedenkfeier: dem 50. Todestag von Man Ray, der am 18. November 1976 in Paris verstorben ist, und dem 200. Jahrestag der ältesten bekannten Fotografie der Welt, die 1826 vom Franzosen Nicéphore Niépce aufgenommen wurde.
Magie des Bildes oder die seltsame Schönheit:
Der Titel ist einem Spätwerk von Man Ray entlehnt, einer 1971 nach einem seiner eigenen Glasplattenfotografien entstandenen Farbaquatinta-Radierung, die in der Ausstellung zu sehen ist.
Magie ist für ihn keine Unterhaltung. Es ist das, was geschieht, wenn ein Bild sich nicht damit begnügt, die Welt darzustellen, und einen anderen Blick, einen anderen Sinn, eine andere Präsenz erfindet. Durch Rayographie, Solarisation, Glasplattenfotografie, Ready-made, surrealistisches Porträt und Modefotografie, zu deren Erfindern er zählt, schuf Man Ray jene seltsame Schönheit, die entsteht, wenn sich das Reale verzaubern lässt.
Ein Rundgang in sechs Etappen:
Die Ausstellung gliedert sich in sechs Kapitel, die die wichtigsten Schaffensphasen abdecken, von der Jugend in New York und der Begegnung mit Marcel Duchamp bis hin zu den letzten Jahren in Paris in der Rue Férou.
1 – Modern geboren
1911–1921. New York, Dada und Duchamp
2 – Paris, die künstlerische Blütezeit
1921–1939. Objekte, Surrealismus und visuelles Denken
3 – Fotografische Experimente
1922–1936. Das Licht als Erfindung
4 – Plastische Experimente
1921–1971. Objekte, Bücher und Metamorphosen
5 – Man Ray und die Mode
1922–1937. Der Surrealismus kleidet Paris
6 – Das letzte Atelier
1940–1976. Hollywood, Paris und die Werke in Freiheit.
Ein Werk, durchzogen von Freundschaften und Gesichtern:
Die Ausstellung zeigt einen vielseitigeren, verspielteren und zeitgemäßeren Künstler, als es das übliche Teilbild vermuten lässt. Im Laufe des Rundgangs entfalten sich die Freundschaften, die sein Werk geprägt haben: Marcel Duchamp, ein Freund seit dreiundfünfzig Jahren. Die Dichter Tristan Tzara, Paul Éluard, André Breton, Robert Desnos. Die Maler Pablo Picasso, Max Ernst, Yves Tanguy, Salvador Dalí. Der Musiker Erik Satie, Mitgestalter des „Cadeau“ im Jahr 1921. Und die Frauen, die sein Werk bevölkern. Adon Lacroix, belgische Dichterin, seine erste Lebensgefährtin. Kiki de Montparnasse, Königin der Goldenen Zwanziger. Lee Miller, Schülerin, die zur Geliebten wurde, zukünftige Kriegsfotografin. Adrienne Fidelin, Tänzerin aus Guadeloupe, erstes schwarzes Model, das in einem großen amerikanischen Modemagazin abgebildet wurde. Juliet Browner, seine letzte Lebensgefährtin und Inspirationsquelle während 36 Jahren.
Anhand dieses Werdegangs zeigt die Ausstellung einen Künstler, der niemals die Grenzen zwischen Disziplinen, Techniken oder Vorstellungswelten akzeptiert hat. Malerei, Fotografie, Objektkunst, Kino, Mode und Poesie sind bei ihm Ausdruck desselben Freiheitsstrebens. Das Bild ist niemals statisch. Es zirkuliert, verwandelt sich, erfindet sich neu.
In einer Zeit, in der Bilder unseren Alltag überschwemmen, behält das Werk von Man Ray eine einzigartige Kraft. Bei ihm schränkt das Bild den Blick nicht ein. Es öffnet ihn. Es erschüttert Gewissheiten, verschiebt visuelle Gewohnheiten und lädt jeden dazu ein, anders zu sehen.
Zwei Jahrhunderte nach der Erfindung der Fotografie bleibt sein Werk von erstaunlicher Modernität. Es erinnert uns daran, dass Kunst noch immer ein Raum für Experimente, Poesie und Freiheit sein kann.
Kurator – Leihgabe der Werke:
> Pierre-Yves Butzbach, seit 1995 Geschäftsführer der Agentur Telimage und der Man-Ray-Fotothek.
> Franck Mei, Chefkonservator und Direktor der Museen von Toulon, unterstützt vom Konservatorenteam des
Kunstmuseums von Toulon.
Die außergewöhnliche Zusammenstellung der Werke wurde dank der Großzügigkeit privater Sammler
und der wertvollen Unterstützung von Telimage ermöglicht.








